Heute tauchte wieder im Gespräch der Name des von Kollegen betreuten Kinderbauernhofes Pinke-Panke auf. Er ist sehr beliebt und liegt liegt direkt am Ufer der Panke Nähe U-Bhf. Wollankstraße. Ein ehemaliger Schüler des Würfels empfahl ihn mir mit den Worten: Da gibt es richtig Tiere und tolle Häuser zu sehen. Mich erinnert der Name an das unvergessliche Stempellied (Lied der Arbeitslosen), geschrieben von David Weber (= Robert Gilbert) und vertont von Hanns Eisler. Die hier vorgestellte Fassung wird von ernst Busch gesungen.
Die Panke kommt in der 2. Strophe vor:
„Ohne Arbeit, ohne Bleibe
biste null und nischt.
Wie ’ne Fliege von der Scheibe
wirste wegjewischt.
Ohne Pinke an der Panke
stehste machtlos da,
und der Burschoa sagt: Danke!
rückste ihm zu nah.
Äußerst schnell schafft
die Jesellschaft Menschen uff ‚n Müll
Wenn de hungerst, halt de Fresse;
denn sonst kriegste ’ne Kompresse
und das mit Jebrüll. “
Da einige Schüler an einer Klassenfahrt teilnahmen, hatten wir zu dritt: der Bachpapa, unsere Praktikantin Rosa und ich je einen Schüler im „Schlepptau“. Schüler R. und ich machten uns am „kleinen Staudamm“ zu schaffen. R. watete zunächst durch den ca. 3 m breiten Bach zum anderen Ufer und holte dann 5 Scherben und Flaschen verschiedenen Kalibers aus dem Bachbett sowie mehrere unansehnliche Tüten und eine Art Plastik-Griff, auf dem YAMAHA stand.
Außerdem riefen wir in einen halligen Schacht mit viereckigem Durchmesser hinein, der tief in die Uferböschung hinein führt und dessen Boden Panke-Wasser bedeckt. Hinter dem Weg hat R. dann eine Öffnung entdeckt, die die Oberfläche mit dem unterirdischen Schacht verbindet. Wir haben uns vorgenommen, demnächst mit Gummistiefeln und Taschenlampe den Schacht näher zu untersuchen.
Außer Spinnen – Streckerspinnen und 1 „Opa Langbein“ – liefen uns Nackt- und Gehäuseschnecken , sowie kleinere, grün schillernde Rüsselkäfer über den Weg. Eine Menge von Bachflohkrebsen, die mit dem oben beschriebenen Unrat aufs trockene Ufer befördert wurden, haben wir eigenhändig zurück in ihr Element gesetzt. Außerdem retteten wir einen ins Wasser gefallenen Rüsselkäfer. Wir experimentierten auch mit Brennnessel-Blättern, indem wir sie ganz vorsichtig, wie in Zeitlupe berührten. Durch die unsere ungewöhnlich langsame Annäherung hatten die Brennhaare keine Chance, unserer Haut zu durchdringen. Eine neue Erfahrung: „Brennnesseln, die nicht brennen“!
Ach, unser Schüler hatte noch eine tolle Idee: Den kleinen Staudamm aus einer Perspektive fotografieren, von der aus er wie ein Wasserfall aussieht. Leider hat der Fotoapparat nicht mitgespielt. Ich hoffe, dass es nur an der Batterie liegt.
Auf dem Rückweg gab es noch eine interessante Unterhaltung über die Erfahrungen, die unser Schüler mit den Pferden auf dem Bauernhof seiner Großeltern, darunter die Erfahrungen mit einem eigenen Pferd.
Heute und vorige Woche lenkte ich mein Augenmerk vor allem auf die Pflanzen, die das Ufer zu beiden Seiten in der Nähe des kleinen „Staudammes“ besiedeln. Der kleine Staudamm wird in dem Beitrag „Untersuchung des Querprofils…“ vom 3. Mai erwähnt. Ich glaube, es war so. dass schon ein dicker Baumstamm-Torso das Bachbett der Panke zur Hälfte einengte und die Kinder noch mit einer Schubkarre Wackersteine heran karrten und den Damm auf der anderen Seite komplettierten. Das hat ihnen so großen Spaß gemacht, dass sie über das Ende ihrer Projektzeit hinaus aktiv waren.
Doch nun zu den Pfllanzen:
Steinklee, Rote Taubnessel, Weiße Tqaubnessel, Beifuß, Hopfen, Löwenzahn, Storchschnabel, Kriechender Ehrenpreis, Schöllkraut, (Acker?) – Schachtelhalm, Vogelmiere, Kleblabkraut, Platterbse,
Zur Untersuchung der Gewässerstruktur nach den Materialien DUH-Schulen für eine lebendige Elbe haben wir Meßdaten im Abschnitt II (zwischen
Schule und Eisenbahnbrücke) erhoben: Die Wassertiefe variiert zwischen 10cm und 30cm (max. Tiefe 35 cm hinter der Füßgangerbrücke Schule).
Im Verhältnis von Bachbreite und Tiefe ergibt sich im Mittel ein Verhältnis von 10 : 1. Das Strömungsbild zeigt eine überwiegend einheitliche Strömung des Wassers; im Abschnitt sind zwei leichte Gefällestrecken mit sichtbar beschleunigter Fließgeschwindigkeit auszumachen, jeweils mit einer Länge zwischen 20m und 30m. (1.“Schulbrücke“, 2. Eisenbahnbrücke). Die Tiefenvarianz ist gering; die Gewässersohle meist sandbedeckt, allerdings bedeckt dieser Sand in einer relativ dünnen Schicht die mit Schottersteinen befestigte Gewässersohle. Im Abschnitt gibt es keine Querverbauungen oder Verrohrungen des Bachs, so dass die Durchgängigkeit gegeben ist. Da einige unserer Bachpaten unterwegs auf Klassenfahrt sind, konnten unsere Erkundungen heute in 1:1 Betreuung erfolgen. Damit wurden aber auch intensive Gespräche zum Thema und darüber hinaus möglich, die sonst im Trubel der Gruppe nicht zustande kommen.
Erstaunlich bleibt, wie wenig schulisches Wissen bei den Jugendlichen tatsächlich vorhanden ist oder, besser gesagt, dass elementare Fähigkeiten des Rechnens und Schreibens auch in der 7. Klasse kaum beherrscht werden.
Für die Besichtigung und Erkundung des Pankeabschnitts von Buch bis Bernau hatte ich mir am 1. Mai Zeit genommen. Wetter und frühsommerliche Temperaturen luden an diesem Feiertag förmlich ein zu einem Ausflug ins Grüne, der Pankeradweg war dann auch streckenweise
„überfüllt“ von Ausflüglern. Obzwar ich schon jahrelang an der Panke entlang radele, hatte ich es bisher noch nie bis nach Bernau geschafft. Die Panke fließt hinter Buch als Wiesenbach durch die Pöllnitz-Wiesen, „verschwindet“ in dem weiträumigen Siedlungen von Zepernick-Panketal zwischen den Grundstücken, taucht da und dort unverhofft wieder auf und verläuft als Wiesengraben recht unansehlich durch das offene Gelände bei Bernau-Friedenstal. Nach Unterquerung der Autobahn führt der Bachweg an einem ehemaligen Badesee (jetzt Angelgewässer) vorüber und verläuft durch eine brachige Stadtrandlandschaft, Gärten und Gehöfte bis zur neuen Shopping-Mall am Bahnhof von Bernau. Ich habe danach den Bachverlauf nicht weiter verfolgt und bin in Richtung Börnicke weitergefahren. Insgesamt fand ich diesen Abschnitt der Panke weniger attraktiv als den zwischen Buch und Heinersdorf, den ich ja fast täglich befahre. Es gibt aber einige schöne Bachregionen zu sehen. Natürlich wird der Bach kleiner, je näher man der Quelle kommt, aber die Hoffnung, da einen mehr naturnahen Bach besichtigen zu können, hat sich nicht erfüllt. Immerhin hatte ich ab der Autobahn-Unterführung Fische im Bach sehen können, und dann auf einer alten Betonbrücke einen von ihnen zwischen den zahlreichen am Bachgrund herumliegenden Müllgegenständen beobachtet. Ich weiß nicht, welche Fischart es war, glaube aber nicht, dass es sich um einen Stichling handelte.
Bachpappa